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Vom Propaganda-Star zur Legende

Stationen eines Mythos

Von seinem Fahrzeug aus beobachtet Erwin Rommel 1941 in Libyen das Kampfgeschehen. Die NS-Zeitschrift „Signal“ stellte – wie die Propaganda des Regimes insgesamt – die Leistungen des Oberkommandierenden der deutschen Streitkräfte in Nordafrika besonders heraus. „Signal“ (hier eine französische Ausgabe) erschien in zahlreichen Ländern Europas. (AKG)

R

ommel selbst ist bei den Truppen, sowohl bei den deutschen wie bei den italienischen, sagenhaft beliebt. Er ist fast eine mythische Gestalt“, stellte Joseph Goebbels bereits im Juni 1941 fest. Der „Mythos Rommel“ hat in den vergangenen 75 Jahren verschiedene Metamorphosen erlebt. Holzschnittartig verkürzt, lassen sich fünf Phasen einer interessengeleiteten Interpretation des Lebens und Wirkens dieses Generals erkennen. Sie verdeutlichen, in welchem Umfang Geschichte immer auch eine Rekonstruktion der Vergangenheit aus dem Geist der jeweiligen Gegenwart darstellt, häufig gepaart mit einer politisch inspirierten Perspektive auf die Zukunft.

Hitler hatte Anfang 1941 seinem „Achsenpartner“ Benito Mussolini mit pathetischen Worten angekündigt, er werde „den verwegensten Panzerwaffengeneral, den wir in der deutschen Armee besitzen“, nach Nordafrika entsenden. Damit war der Grundakkord angeschlagen, mit dem in den folgenden Jahren die deutsche Bevölkerung in „Wochenschauen“ und Bildberichten über Persönlichkeit und Leistungen Rommels informiert werden sollte. Auf diese Weise wurde Rommel zum bekanntesten deutschen Heerführer des Krieges stilisiert. Hitler sah in dem hochdekorierten Frontoffizier des Ersten Weltkriegs das Idealbild des charismatischen, unkonventionellen, zupackenden und risikobereiten militärischen Führers, das seinen Vorstellungen weit eher entsprach als das Leitbild des kühl-rational die Chancen und Risiken abwägenden Generalstabsoffiziers traditioneller Prägung.

Mit dem Feldzug in der Wüste setzte die bis in die Gegenwart wirksame Konstruktion des Mythos Rommel ein, den schließlich auch seine Gegner aus wohlverstandenem Eigeninteresse weiterverbreitet haben. ...

Den voll­stän­di­gen Ar­ti­kel le­sen Sie in DA­MALS 12/2017.

Prof. Dr. Bernhard Kroener

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