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Hindenburg und Ludendorff

Von Tannenberg zur "stillen Diktatur"

Je länger der Krieg dauerte, desto mehr wurde Wilhelm II. an den Rand gedrängt. Oben Hindenburg und Ludendorff mit dem Monarchen (Mitte) im Großen Hauptquartier im oberschlesischen Pleß (1917). (Ullstein Bild)

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ohl kaum jemand prägte die deutsche Kriegführung zwischen 1914 und 1918 derart maßgeblich wie das Feldherrenduo Paul von Hindenburg (1847–1934) und Erich Ludendorff (1865 – 1937). Die (siehe unseren Beitrag über die Schlacht von Tannenberg) aus der Not geborene Kombination von Hindenburgs ruhiger Autorität sowie Ludendorffs operativ-taktischem Talent erwies sich rasch als erfolgreich. Innerhalb kürzester Zeit wurden zwei zahlenmäßig überlegene russische Armeen geschlagen, Hindenburg und Ludendorff als „Befreier Ostpreußens“ und „Retter des Vaterlands“ gefeiert. Ehrenbürgerschaften und Ehrendoktorwürden wurden den beiden siegreichen Feldherren verliehen. Ludendorff wurde gar als „moderner Alexander“ oder „Siegfried unserer Zeit“ bejubelt, womit unbewusst bereits die Dolchstoßlegende vorweggenommen wurde.

Die Verklärung der beiden vermeintlich unbesiegbaren Feldherren resultierte jedoch weniger aus ihren zweifellos spektakulären Erfolgen, sondern vielmehr aus der ernüchternden Kriegslage, wie sie sich im Herbst 1914 darstellte. Der modifizierte Schlieffen-Plan war in der Marneschlacht gescheitert. Das verbündete k. u. k. Heer hatte in Serbien und Galizien schwere Niederlagen hinnehmen müssen. Statt der erhofften raschen Entscheidung im Westen wurde für die Mittelmächte nun der Alptraum eines Zweifrontenkriegs von nicht absehbarer Dauer Wirklichkeit. In dieser Situation mutierten Ludendorff und Hindenburg in der deutschen Öffentlichkeit zu Hoffnungsträgern der Nation. Der Theologe und Publizist Eugen Fischer-Baling vermeinte sogar in Hindenburg „Gott-Vater“ und in Ludendorff den „heiligen Geist“ zu erkennen.

Und tatsächlich wurden die in sie gesetzten Hoffnungen nicht enttäuscht. Während der vom neuen Generalstabschef Erich von Falkenhayn im Oktober/ November unternommene Versuch, an der Westfront doch noch 1914 eine Entscheidung herbeizuführen, in Flandern blutig scheiterte und im Patt des Stellungskrieges endete, führten Hindenburg und Ludendorff im Osten einen offensiven Bewegungskrieg...

Dr. Christian Th. Müller

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