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Brock, Thomas/Homann, Arne

Schlachtfeldarchäologie – Auf den Spuren des Krieges

Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2011, 112 Seiten, Buchpreis € 24,95
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ewalt und Tod, Heldenmut und Kriegsfanatismus – wie kaum ein anderer Zweig der Geschichtswissenschaften evoziert die blutjunge Schlachtfeld-Archäologie markige Schlagworte. Angesichts des offenkundigen Reizes erstaunt es, wie lange dieses Metier von historischen Wissenschaftlern geradezu gemieden wurde. Durch die Schlachtengemälde der Neuzeit schien das Sujet besetzt. Diese starken Bilder zu hinterfragen, ist ein Ziel der beiden Archäologen Thomas Brock und Arne Homann, die einen ersten deutschen Überblick unter dem Titel Schlachtfeldarchäologie vorlegen. Darin spannen die Autoren den Bogen weit und fragen nach Gewalt als menschlicher Konstante. Welche Konflikte trugen die Jäger- und Sammlergruppen der Alt- und Mittelsteinzeit wie aus? Was verraten Befunde und Funde über die Motivation der Kämpfer in der Bronzezeit, ihre Einstellung gegenüber (unbeteiligten?) Frauen und Kindern der Gegner?

Anhand aktueller Forschungen gelingt es den beiden Wissenschaftlern zwischen den grausamen Verletzungen der Skelette und der perfiden Erfindung wirkungsvoller Waffen, der Streuungen der Munition und dem Verlauf der Kampfhandlungen die archäologische Dimension aufzuzeigen. Anthropologen rekonstruieren sowohl die Todesumstände als auch die Lebensbedingungen der Menschen im Krieg. Durch archäologische Experimente lassen sich Aussagen zu Belagerungstechniken, dem Leben in den Zeltstädten und dem Umgang mit historischen Waffen treffen. Die ausgewählten Beispiele beleuchten neben prominenten Konflikten wie dem Dreißigjährigen Krieg, auch unbekannte Schlachten, etwa das Vordringen römischer Truppen bis in den Harz im 3. Jahrhundert nach Christus. Das besondere Augenmerk der Autoren gilt den Methoden der Schlachtfeld-Archäologie, die auf großflächige Geländeuntersuchungen mit Metallsonden zurückgreift. Vorsicht ist geboten, erhofft man sich dadurch wahrere Aussagen zum Phänomen Gewalt. Der Schein, die vermeintlich tendenziöse Schriftüberlieferung durch per se authentische Sachquellen zu korrigieren, trügt. Die Autoren sollten ihrem Publikum stärker bewusst machen, dass auch die (Schlachtfeld-) Archäologie den eigenen Fragen und Modellen ausgeliefert ist.

Über die Motive, die seit der Jungsteinzeit zu organisierter Gewalt führten, lässt sich bestenfalls spekulieren. Im Rahmen einer umfassenden Konfliktforschung, die „alle Erscheinungsformen von Krieg und zwischenmenschlicher Gewalt umfasst“, kann die Archäologie, das zeigen die Autoren deutlich, ihren Beitrag leisten.

Ulrike Schröder

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DAMALS  06 / 2013

DAMALS Ausgabe 06/2013

200 Jahre Völkerschlacht

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