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Herbers, Klaus/Schuller, Florian (Hrsg.)

Europa im 15. Jahrhundert – Herbst des Mittelalters – Frühling der Neuzeit?

Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2012, 255 Seiten, Buchpreis € 24,95, DAMALS 07 / 2012
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ohan Huizingas 1919 (in deutscher Sprache 1924) publiziertes Werk „Herbst des Mittelalters“ gilt heute als Klassiker, wird wegen seiner Konzentration auf die burgundische Hofkultur aber auch kritisiert. Seit den späten 1970er Jahren wurde der Ansatz im Zeichen der Krisen‧forschung neu bewertet und ergänzt, etwa durch Alain Demurger.

Die Herausgeber des aus einer Vortragsveranstaltung hervorgegangenen Sammelbandes setzen diese Reflexion fort, indem sie der HerbstMetapher eine Frühlingsmetapher entgegenstellen. Sie legen ein Handbuch zur europäischen Geschichte des Spätmittelalters vor, das auf dem aktuellen Forschungsstand basiert und mit anregenden Studien zu exemplarischen Feldern aufwartet. Die im Titel aufgeworfene Frage nach der Bewertung des 15. Jahrhunderts wird in den Einzelbeiträgen durchgängig so beantwortet: Ein Neubeginn sei feststellbar, der sich aber nur aus den Traditionen des Bestehenden erkläre, also als Wandel, teilweise auch Innovation, nicht aber notwendig als Fortschritt aufzufassen sei. Der Beitrag von Hermann Kamp setzt sich dezidiert mit Huizinga auseinander.

Heribert Müller untersucht in glänzend geschriebenen Essays die ökumenischen Konzilien und Heike Johanna Mierau das Renaissance-Papsttum, Eckhard Keßler befasst sich mit dem Beginn des Humanismus, Gudrun Gleba mit der Reichspolitik unter Einbeziehung der Krisendiskussion, Franz Irsigler mit sozialen Randgruppen, auch mit dem aktuellen Ansatz der Preka‧riatsforschung, und mit der Innovation des Buchdrucks. Winfried Eberhard und Stephan Flemming behandeln die Entwicklungen in Böhmen und Polen, Martin Clauss widmet sich (kulturgeschichtlich) dem Hundertjährigen Krieg, Karl Vocelka der habsburgischen Hausmachtpolitik und Günter Prinzip derjenigen in Westeuropa und Byzanz. Klaus Herbers schließlich schildert mit einem methodisch innovativen Ansatz über Akteure und Strukturen die Anfänge der europäischen Expansion. Umfassende und aktuelle Nachweise im Anmerkungs- und Literaturteil geben, in dieser Art in Sammelbänden eher selten, nützliche weiterführende Informationen.

Es ist den Herausgebern gelungen, grundlegende Informationen zu bieten, vereinzelt neue Frageansätze vorzustellen und mit dem Beitrag von Herbers auch den Horizont zu den heute brisanten Diskussionen um Globalisierung und Interkulturalität zu öffnen: Eine anregende, lohnende Lektüre!

Prof. Dr. Martin Kintzinger

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DAMALS  06 / 2013

DAMALS Ausgabe 06/2013

200 Jahre Völkerschlacht

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 Historische Bücher des Jahres 2012

Bereits zum 14. Mal hat DAMALS die historischen Sachbücher des Jahres ausgezeichnet. Renommierte Wissenschaftler und Fachjournalisten bildeten die Jury.

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