Die Wahl der hochkarätigen Jury fiel 2011 auf:
Joachim Radkau: Die Ära der Ökologie. Eine Weltgeschichte.
Verlag c. H. Beck, München 2011, 29,95 €.
Umweltschutz, Energiesparen und gesunde Ernährung sind heute vieldiskutierte Themen, und nicht zuletzt der politische Erfolg der „Grünen“ zeigt, dass ökologisches Denken kein Nischendasein mehr fristet. Wer eine Orientierungshilfe wünscht, die den aktuellen Debatten eine historische Tiefenschärfe gibt, der sollte zu unserem diesjährigen „Buch des Jahres“ greifen. Es ist bewundernswert, wie es dem Bielefelder Historiker Joachim Radkau in seiner „Weltgeschichte der Ökologie“ gelingt, Schneisen des Verständnisses in den „Öko-Dschungel“ zu schlagen. Wie ist das Engagement eines Bernhard Grzimek für die Serengeti einzuordnen, wie das von Horst Stern für die Vogelwelt? Was hat die heutige Umweltbewegung mit der Romantik zu tun, und warum sind die Deutschen (und nicht die Franzosen oder die leidgeprüften Japaner) ganz vorn bei der Absage an die Kernenergie? Ausgewogen und doch pointiert schildert Radkau die Entwicklungen von Rousseau über die „ökologische Revolution“ der 1970er Jahre, die großen Dramen der Umweltbewegung („Waldsterben“, „Dioxinalarm“) bis zum Umweltschutz im Zeichen der Globalisierung. Zudem stellt Radkau – nicht heroisierend – Frauen und Männer vor, die sich besonders dem Umweltschutz verschrieben haben. Ein beeindruckendes Werk!