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30. Mai 727

Vom Lebemann zum Schutzpatron

D

er heilige Hubertus, wie er von den Jägern seit Jahrhunderten verehrt wird, ist eine Legendengestalt, deren reales Vorbild mit der Jagd wenig zu tun hatte.
Bischof Hubertus von Tongern-Maastricht-Lüttich, der vor 1275 Jahren starb, war von höchstem fränkischen Adel. Er hatte die ersten Jahrzehnte seines Lebens in den "Eitelkeiten der Welt" zugebracht. Doch dann starben sein Vater und seine Frau, der Lebemann verzweifelte.
Er suchte geistliche Hilfe und fand sie in der Einsamkeit der Ardennenwälder. Unter der Anleitung des Bischofs Lambert von Maastricht übte er sich in Bibelstudium, Bußfertigkeit und Gebet. Es lag wohl auch an diesem engen Kontakt, daß der Einsiedler um 703/705 Lambert auf dessen Bischofstuhl nachfolgte – da war er gerade erst in Rom zum Priester geweiht worden. Die einzige Maßnahme, die man aus Hubertus’ Episkopat noch kennt, ist die Verlegung des Bischofsitzes von Maastricht nach Lüttich.
Dieser karg überlieferte Lebenslauf freilich forderte eine Legendenbildung geradezu heraus – und hierbei erfolgte die Wendung zum Waidwerk: An einem Karfreitag soll der noch unbekehrte Hubertus, trotz heiligen Jagdverbots auf der Pirsch, einen prachtvollen Hirsch erspäht haben. Doch als er diesen gestellt hatte, erschien ihm zwischen den Geweihenden ein Kreuz und eine Stimme sprach zu ihm: "Wenn Du nicht umkehrst, wird dein Weg in die Verdammnis führen!" Das rettete dem Hirsch das Leben – und verschaffte den Jägern ihren Schutzparton.

DAMALS  06 / 2013

DAMALS Ausgabe 06/2013

200 Jahre Völkerschlacht

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