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17. Juli 1203

Kreuzfahrer erobern Konstantinopel

D

er blinde venezianische Doge Enrico Dandolo war 96 Jahre alt, als sich ihm die Chance seines Lebens bot. Nachdem Papst Innozenz III. 1198 zum vierten Kreuzzug aufgerufen hatte, hatte Dandolo dem Kreuzfahrerheer bei der Überfahrt über das Mittelmeer die Unterstützung Venedigs zugesichert. Die hohen Summen, die der Doge dafür verlangte, konnten die Ritter indes nicht aufbringen. Gegen einen Zahlungsaufschub ließen sie sich aber gewinnen, zunächst die dalmatinische Stadt Zara (heute Zadar) zu erobern. Enrico Dandolo jedoch gab ihnen auch danach nicht das Zeichen zum Aufbruch ins Heilige Land.
Sein neues Ziel war nun Konstantinopel. Dort wollte er Kaiser Alexios III., der seinen Bruder Isaak II. eingekerkert und dessen Sohn Alexios Angelos vertrieben hatte, vom byzantinischen Thron stoßen und einen Machtwechsel herbeiführen. Der junge Alexios Angelos hatte nämlich nicht nur versprochen, das byzantinische Reich unter den Gehorsam Roms zu stellen, sondern den Kreuzfahrern neben hohen Geldzahlungen auch militärische Hilfe bei der Eroberung von Jerusalem in Aussicht gestellt. Unter dem Banner des Heiligen Markus und unter der Führung von Enrico Dandolo und dem Markgrafen Bonifaz von Montferrat erstürmten die Kreuzfahrer am 17. Juli 1203 die Stadt am Bosporus. Nach der Flucht des byzantinischen Kaisers wurde Isaak II. wieder eingesetzt und sein Sohn Alexios Angelos zum Mitkaiser gekrönt. Als beide nach einem Staatsstreich gestürzt wurden, fielen die Kreuzfahrer im April 1204 erneut plündernd in Konstantinopel ein und errichteten das nur eine kurze Zeit überdauernde lateinische Kaiserreich.

DAMALS  12 / 2017

DAMALS Ausgabe 12/2017

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