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Dezember

Beginn der Papstwahl in Viterbo

A

ls Papst Clemens IV. am 28./29. November 1268 für immer die Augen schloß, war Eingeweihten bereits klar, daß die anstehende Wahl seines Nachfolgers nicht einfach werden würde. Die 18 Kardinäle nämlich, die sich im Dezember im Bischofspalast von Viterbo versammelten, um einen neuen Papst zu wählen, waren in zwei Lager gespalten und zu keinem Kompromiß zu bewegen. Unter endlosen Beratungen, Abstimmungen und Streitgesprächen verging Monat um Monat, ohne daß die vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit der Stimmen zustande gekommen wäre.
Im Juni 1270 schließlich versuchten die Stadtbehörden von Viterbo, die Entscheidungsfindung zu beschleunigen: Sie mauerten das Kardinalskollegium im Bischofspalast ein. Schon 1241, beim ersten bekannten Konklave, bei dem die Wähler unter Zwang festgehalten wurden, war ein Kardinal unter den schrecklichen Haftbedingungen gestorben, alle weiteren waren krank geworden. Auch jetzt sollten vielerlei Erschwernisse die Wahlversammlung endlich zu einer Entscheidung drängen. Zunächst wurde am zugemauerten Bischofspalast das Dach abgedeckt, um, wie ein Kardinal gespottet haben soll, dem Heiligen Geist ungehinderten Zugang zu gewähren. Doch auch die immer stärkere Rationierung der Nahrungsmittel und selbst die Androhung des Aushungerns konnten die verhärteten Fronten nicht aufbrechen.
Erst am 1. September 1271, zwei Jahre und acht Monate nach dem Zusammentreten des Kardinalskollegiums, wurde durch Kompromiß ein Außenstehender, der im Heiligen Land weilende Lütticher Archidiakon Tedaldo Visconti, zum neuen Papst gewählt, der den Namen Gregor X. annahm.

DAMALS  01 / 2018

DAMALS Ausgabe 01/2018

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