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14. September 1958

Deutsch-französische Annäherung

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„Ein historisches Wunder“ hatte Charles de Gaulle das erste Zusammentreffen mit dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer auf seinem Landsitz Colombey-les-deux-Églises am 14. September 1958 genannt. „Die vergangene Gegnerschaft“, so ließ er wissen, sei „ein für allemal überwunden“. Eine enge Zusammenarbeit sei die Grundlage eines konstruktiven Aufbaus Europas. De Gaulle war zu diesem Zeitpunkt kaum vier Monate im Amt. Nach dem Militärputsch von Algier am 13. Mai 1958 war er, mit Sondervollmachten ausgestattet, wieder in die französische Politik zurückgekehrt und mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt worden.

In Bonn sah man den Regierungsantritt des ehemaligen Résistance-Kämpfers mit unverhohlenem Misstrauen. Würde der neue starke Mann Frankreichs die europäische Integration und die westliche Sicherheitsgemeinschaft in Frage stellen und möglicherweise sogar die Allianz mit der Sowjetunion wieder aufleben lassen? Das Treffen verlief jedoch für beide Seiten zufriedenstellend. Adenauer reiste mit der Versicherung ab, dass der europäische Integrationsprozess nicht bedroht sei, de Gaulle mit der Beruhigung, Deutschland hege keine machtpolitischen Ansprüche mehr, sondern widme sich vorrangig seinem wirtschaftlichen Wohlstand. Das Treffen im September 1958 war nicht mehr als eine nüchterne Bilanz der jeweiligen Interessenlagen. Dennoch wurde es zu einem Symbol der deutsch-französischen Freundschaft.

DAMALS  12 / 2017

DAMALS Ausgabe 12/2017

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