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06.12.1904

USA als Schutzmacht

A

merika als Schutz- und Ordnungsmacht – diesen selbstbewussten Anspruch verkündete Theodore Roosevelt am 6. Dezember 1904 in seiner Jahresbotschaft an den Kongress. Darin behauptete er das Recht der Vereinigten Staaten, polizeiliche Kontrolle in Lateinamerika auszuüben. Der US-Präsident verstand diese Bestimmung als Ergänzung zur Monroe-Doktrin von 1823. Nach dieser sollten sich die Vereinigten Staaten in europäischen Angelegenheiten neutral verhalten, wenn auch die Europäer dies für den amerikanischen Kontinent beherzigten. Damit wollte man den europäischen Kolonialbestrebungen ein Ende bereiten. Die Amerikaner würden ihre Probleme intern regeln, so der damalige US-Präsident James Monroe.

Rund 80 Jahre später interpretierte Roosevelt die Doktrin um: Die Vereinigten Staaten hätten das Recht, mittels Polizeigewalt für Gesetz und Ordnung bei ihren mittel- und südamerikanischen Nachbarn zu sorgen; im Gegenzug wollten die USA Schutz vor europäischen Expansionsgelüsten gewähren. Nie wieder sollten Probleme auftreten wie 1902 in Venezuela und der Dominikanischen Republik. Als die beiden lateinamerikanischen Länder sich geweigert hatten, ihre Schulden zu bezahlen, hatten England, Italien und Deutschland Kriegsschiffe geschickt. Die Vereinigten Staaten intervenierten in den nächsten Jahrzehnten nahezu permanent in Süd- und Mittelamerika, teils um ihre wirtschaftlichen Interessen zu sichern, teils um die politischen Verhältnisse in ihrem Sinn zu beeinflussen.

DAMALS  02 / 2018

DAMALS Ausgabe 02/2018

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