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12.10.1435

Tod in der Donau

O

b Agnes Bernauer wirklich die Tochter eines Augsburger Baders war, ist unklar. Belegt ist, dass die für ihre Schönheit gerühmte „Bernauerin“ bei einem Ritterturnier 1428 erstmals Albrecht III. von Bayern-München begegnete. Die Liaison, die sich zwischen beiden entspann, wertete Albrechts Vater, Herzog Ernst, lediglich als vorübergehende Episode im bewegten Liebesleben seines Sohnes. Er sollte sich irren. Wahrscheinlich heiratete das Liebespaar 1432/33 heimlich. Albrecht begann sich dem Einfluss seines Vaters zu entziehen. Seit 1433 regierte er die Straubinger Lande, die durch Erbfall an die Münchner Linie der Wittelsbacher gefallen waren, und hielt sich fast ausschließlich in Straubing auf, wo er die Bernauerin als „Herzogin“ einsetzte.

Herzog Ernst aber machte die Bernauerin verantwortlich für die wachsende Entfremdung. Er sorgte sich um die Einheit des Herzogtums Bayern-München und Straubings und um die Erbfolge der Münchner Linie. Als Ernsts einziger Erbe musste Albrecht standesgemäß heiraten und legitime Nachkommen zeugen: Agnes musste verschwinden. Im Oktober 1435, als sich Albrecht auf einer Jagdgesellschaft befand, wurde sie auf Befehl Herzog Ernsts festgenommen und in der Donau ertränkt. Albrecht tätigte umfangreiche Seelheilstiftungen für die Ermordete, versöhnte sich jedoch mit seinem Vater und heiratete im Jahr darauf Anna von Braunschweig. Die Bernauerin aber wurde zum Mythos.

DAMALS  11 / 2017

DAMALS Ausgabe 11/2017

Juden in Palästina. Der Zionismus und die frühen Einwanderer.

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