ber die Jahrzehnte kaum verändert im Geschmack ist die Suppenwürze von Maggi geblieben. Am 1. Mai 1887 begann der Schweizer Julius Maggi im badischen Singen mit der Produktion von flüssiger Suppenwürze als Ersatz für den von Justus von Liebig erfundenen (teureren) Fleischextrakt. Hergestellt wurde die Würze aus Soja und Weizen. Mit diesem und anderen industriell hergestellten Produkten, etwa seinem „Suppenmehl“ aus Hülsenfrüchten, wollte der Unternehmer gesunde und preisgünstige Schnellkost auch für die einfache Bevölkerung anbieten.
Die Ernährung in den Arbeiterfamilien war stark geprägt von nährstoffarmer Kost und vor allem von hohem Alkoholkonsum. Alkoholische Getränke galten als Nahrungsmittel, doch brachte ihr Konsum neben gesundheitlichen auch soziale Probleme mit sich, da er einen großen Teil des monatlichen Einkommens verschlang. Ernährungsmängel waren die Folge. Dazu kam, dass immer mehr Frauen in Fabriken beschäftigt waren und wenig Zeit zum Kochen blieb. Eine Antwort auf diese unbefriedigende Situation waren Maggis Schnellgerichte.
Vor allem die Suppenwürze wurde ein großer Erfolg. Dass sie die deutschen Haushalte im Sturm eroberte, lag auch an der sehr modernen Vermarktungsstrategie: Julius Maggi ließ die typischen eckigen Flaschen und das gelb-rote Etikett entwickeln – so entstand eine Marke – und stellte zeitweise den Schriftsteller Frank Wedekind als Werbetexter ein.