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Die Marmorfiguren des „Französischen Rondells“ an der Großen Fontäne im Schlosspark von Sanssouci sind wieder vollständig.

Außerordentlich filigran

D
as Rondell an der Großen Fontäne ist mit einem aufwendigen Skulpturenprogramm bestückt: mit den Göttern Venus, Merkur, Apollo, Diana, Juno, Jupiter, Mars und Minerva sowie den vier Elementen. Kein Geringerer als Ludwig XV. machte einst mit den ersten fünf Skulpturen Friedrich dem Großen ein wahrhaft fürstliches Geschenk. Die Statuen Venus und Merkur von Jean-Baptiste Pigalle sowie eine Jagd- und eine Fischzugsszene von Lambert Sigisbert Adam gelangten 1750 als Präsente des französischen Herrschers nach Potsdam. Friedrich war davon so beeindruckt, dass er in der eigens dafür in Berlin gegründeten Werkstatt des François Gaspard Adam von französischen Bildhauern weitere ergänzende Statuen und Allegorien herstellen ließ. Die erste Vollendung des Rondells datiert aus dem Jahr 1764.

Die Aufstellung der Kunstwerke wurde nach den An-weisungen Friedrichs im Gartenparterre an der Großen Fontäne vorgenommen, am prominenten Kreuzungspunkt der beiden Hauptalleen des Parks. Das exquisite Figuren-ensemble ist außerordentlich kunstvoll gearbeitet und bildete eine der Hauptattraktionen des Parks. Der Zahn der Zeit nagte jedoch an den Kostbarkeiten. Eine Einlagerung der Originale und die Herstellung von Marmor‧kopien wurden damit unvermeidbar.

Nach 13 Jahren und einem Investitionsvolumen von 2,3 Millionen Euro feierte das Rondell im Park Sanssouci mit der Aufstellung der letzten beiden noch fehlenden Skulpturen „Wasser“ von Andreas Klein und „Feuer“ von Peter Flade seine zweite Vollendung. Es war eines der finanziell aufwendigsten Restaurierungsvorhaben der letzten 20 Jahre. Von 1998 bis 2011 arbeiteten Bildhauer in der Restaurierungswerkstatt unter der Leitung von Rudolf Böhm, seit 2006 von Kathrin Lange und der Sammlungskustodin Saskia Hüneke. Sie bemühten sich um größtmögliche Genauig‧keit und Werktreue. Die Skulpturengruppen der vier Elemente sowie acht Statuen antiker Götter wurden als maßgenaue Kopien der Originale aus dem 18. Jahrhundert aus Carrara-Marmor geschaffen.

„Wir sind weltweit die einzige Institution, die historische Skulpturen nicht durch verfälschende Abdrücke ersetzt“, erklärt der Direktor der Schlösser und Sammlungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), Samuel Wittwer. „Bei uns werden die Originale durch Kunsthandwerker auf ganz traditionelle Art gefertigt.“

Literatur:
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Hrsg.), Die Götter kehren zurück. Marmorkopien für das Französische Rondell im Park Sanssouci. Berlin 2011.

16.12.2011, Quelle: Silvia Friedrich

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