n diesen Tagen wird in Polen und der Ukraine die 13. Fußball-Europameisterschaft ausgetragen. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft hatten diese beiden Länder besonders zu leiden gehabt, nicht zuletzt die Zivilbevölkerung. Doch auch viele Soldaten verloren in Hitlers Krieg ihr Leben – darunter eine ganze Reihe von deutschen Nationalspielern. Zu den gefallenen Soldaten gehörte beispielsweise der pfeilschnelle Flügelstürmer Karl Auer. Der flinke Linksfuß gehörte seit 1920 zum Kader der Spielvereinigung Fürth. Seinen größten Erfolg feierte Auer in der Saison 1923/24, als er in den Reihen der „Kleeblätter“ den Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft feierte. Ein weiterer deutscher Kicker, der kriegsbedingt seine Fußballerkarriere aufgeben musste, war Johannes Jakobs. Die ersten Schritte als Fußballspieler machte der gebürtige Kölner bei VfL Köln-Poll, bevor er zu Hannover 96 wechselte. Als Pilot der deutschen Luftwaffe kam Jakobs bei einem Aufklärungsflug im Jahr 1944 ums Leben. Der 1910 geborene Torwart des 1. FCN, Georg „Hauptmann“ Köhl, war ebenfalls einer der Wehrmachtssoldaten mit sportlicher Vergangenheit. Der Schlussmann absolvierte 430 Spiele für den Club, mit dem er auch Meister und zweimaliger Pokalsieger wurde. 1939 zum Kriegsdienst eingezogen, kämpfte Köhl ab 1941 an der Ostfront. Er verstarb 1943 an den Folgen einer schweren Verwundung in einem Krakauer Lazarett. Ein weiterer Soldaten-Kicker, der brillante Techniker und schnelle Außenläufer Hugo „Schotte“ Mantel spielte in den 20er und 30er Jahren bei mehreren bekannten Vereinen: TuS Duisburg 99, Dresdener SC und Eintracht Frankfurt. Auch lief „Schotte“ einige Male für die deutsche Nationalmannschaft auf. Gestorben ist der gebürtige Westfale im Jahre 1942, in Folge einer Kriegsverletzung die er sich im Kampf an der Ostfront zugezogen hatte.
Auch viele andere in der Öffentlichkeit stehende Fußballer-Persönlichkeiten mussten im Zweiten Weltkrieg ihr Leben lassen. Willi Völker, Karl Schulz und Willi Wigold sind nur einige dieser Stars, denen ihr Talent und ihre Bekanntheit nichts genützt hat, den Fronteinsatz unversehrt zu überstehen. Einige fanden ihre letzte Ruhestätte in Polen und Ukraine, andere werden immer noch unter dem Status „vermisst“ geführt.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, eine humanitäre Organisation, die im Auftrag der Bundesregierung die deutschen Kriegsgräberstätten im Ausland sucht und pflegt, bietet eine Plattform an, die eine moderne Online-Gräbersuche ermöglicht. Zu den über 800 Kriegsgräberstätten können auf der Volksbund-Homepage zahlreiche Informationen und Fotos abgerufen werden. Die Einbindung von Google Maps gewährleistet, dass der Ort zügig gefunden werden kann. Dieser Service ist in erster Linie für die Angehörigen der in Osteuropa gefallenen deutschen Soldaten gedacht, um Gewissheit über den letzten Aufenthaltsort der vermissten Familienmitglieder zu bekommen.
19.06.2012, Quelle: Ilja Schwab