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DAMALS im serbischen Fernsehen

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uf dem Gebiet der heutigen autonomen Provinz Vojvodina in Serbien haben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs rund 400.000 Deutsche gelebt - heute sind es noch rund 5000. Erst seit der politischen Wende in Serbien im Jahr 2000 trauen die verbliebenen Deutschen sich zunehmend, sich wieder zu ihrer Herkunft zu bekennen. Vor diesem Hintergrund ist eine Reise in diese Region noch immer keine herkömmliche Urlaubsreise. Das konnten die Teilnehmer der aktuellen DAMALS-Leserreise in den vergangenen Tagen gleich mehrfach erfahren.

In Zrenjanin (Betschkerek) hieß es zunächst, ein Vertreter des Deutschen Vereins werde die DAMALS-Leser auf dem Rundgang durch die Stadt begleiten. Tatsächlich organisierte der Verein aber einen großen festlichen Empfang für die Gruppe mit Erfrischungsgetränken und dem traditionellen Milchbrot. Zu diesem Anlass kam sogar ein Kamerateam des regionalen Fernsehens, das mich als Vertreter der DAMALS-Redaktion zum Interview bat... Die Gastfreundschaft, die die DAMALS-Leser in Serbien in diesen Tagen erfahren, beschränkt sich aber längst nicht auf die verbliebenen Deutschen. Ganz allgemein freut man sich in der vom Tourismus noch weitgehend unberührten Region über Besucher aus dem Westen und ganz besonders aus Deutschland. Auch die Reisenden sind von dieser großen serbischen Gastfreundschaft ungeheuer beeindruckt.

Dass es sich um keine normalem Urlaubsreise handelte, wurde auch gestern deutlich: In Knicanin, dem einstigen Rudolfsgnad, besuchte die DAMALS-Gruppe den alten deutschen Friedhof und die Gedenkstätte für die zwischen 1945 und 1948 in dem dortigen Internierungslager verstorbenen rund 8000 Donauschwaben. Empfangen wurde die Gruppe vom örtlichen Bürgermeister, der den Wunsch der heutigen serbischen Bevölkerung des Ortes nach Frieden und Versöhnung deutlich machte. Was geschehen sei, könne nicht rückgängig gemacht werden. Umso mehr müsse man in Zukunft auf die Freundschaft zwischen Serben und Deutschen bauen. In meiner Entgegnung bedankte ich mich für die Arbeit der Menschen in Knicanin und erinnerte daran, dass der von Deutschland begonnene Krieg ursächlich für alle diese Leiden war - jener der Serben, die unter der brutalen deutschen Besatzung litten, und der Donauschwaben. Es war ungewohnt, als Begleiter einer Leserreise zugleich als politischer Botschafter aufzutreten. Aber es war zugleich zu spüren, wie sehr die Menschen in Serbien gerade auf solche Zeichen der Versöhnung hofften.

Am Nachmittag lernten die DAMALS-Leser dann die wirklich sehenswerte Stadt Novi Sad (deutsch: Neusatz) kennen, die Hauptstadt der Vojvodina. Eine lebendige Stadt mit sehr gut erhaltener historischer Bausubstanz, vielen Straßencafes und Restaurants. Und auch hier gab es außergewöhnliche Erlebnisse: Der Vizedirektor der Matica Srbska, Professor Beslin, lud die Gruppe zu einem Besuch in der serbischen Nationabibliothek ein. Beim Abendessen stieß Andreas Bürgermayer, der Vorsitzende des Deutschen Vereins Donau Neusatz zur Gruppe und erzählte über das Leben der rund 350 verbliebenen Donauschwaben in der Stadt. Es sind solche Erlebnisse, die DAMALS-Reisen von herkömmlichen Studienreisen unterscheiden und tiefe Einblicke in die Mentalität einer Region erlauben.

Heute werden die DAMALS-Leser die serbisch-orthodoxen Klöster der Fruska Gora kennenlernen und am späten Nachmittag die Festung Peterwardein besichtigen - die größte Festung, die es an der Donau überhaupt gibt. Und sicherlich warten auf uns noch manche außergewöhnliche Erlebnisse - jenseits des alltäglichen Tourismus. In diesen Momenten vergisst man dann leicht die Hitze, die einem ansonsten schon zu schaffen macht: 34 bis 35 Grad im Schatten lassen kein Hemd und keine Bluse länger als fünf Minuten trocken...

04.08.2012, Quelle: Uwe A. Oster

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