rchäologen der Universitäten Basel und Straßburg befinden sich zur Zeit auf den Spuren der ersten Bauern in der Region südlicher Oberrhein. Sie graben gemeinsam in einer Höhle in der elsässischen Gemeinde Lutter. Dort befindet sich ein Abri, ein kleines Felsschutzdach, das nachweislich erstmals während der mittleren Steinzeit vor 7500 Jahren als temporärer Siedlungsplatz von Jägern und Sammlern genutzt wurde. Weitere Besiedlungs-spuren weisen in die Zeit vor 7500 Jahren, als die Menschen erstmals Kulturpflanzen anbauten und Haustiere hielten.
Der Fundplatz liegt in einer Übergangszone zwischen dem elsässischen Sundgau und den Solothurner Jurahügeln. Die Archäologen vermuten, dass die ersten Bauern ihr Vieh im Sommer auf den Jurahügeln weideten und dabei unter dem Abri Schutz suchten. Tierknochenfunde geben außerdem Hinweise auf eine spezialisierte Jagd auf Dachse, Marder und Biber. Um die Lebensweise dieser frühen Menschen zu erforschen, werden die Funde auf kleinste, nur wenige Millimeter große Sedimente untersucht. So können Teile von Werkzeugen oder Schmuckstücken erkannt werden. Besonders möchte man auch auf pflanzliche Rückstände und Tierknochen achten.
25.09.2009, Quelle: Dr. Heike Talkenberger