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Altes Ägypten

Gab es einen Riesen unter den Pharaonen?

Historische Aufnahme des Schädels, der 1901 dem Pharao Sanacht zugeordneten werde. (Bild: zVg, Jahr 1901)

E

s ist der älteste bekannte Fall von Gigantismus und vielleicht handelte es sich bei dem Betroffenen um den mysteriösen Pharao Sanacht: Forscher der Universität Zürich haben einem Ägypter des Alten Reichs pathologischen Riesenwuchs attestiert, dessen Gebeine im Jahr 1901 aus einer Grabstätte geborgen worden waren. Damals wurden sie dem Pharao Sanacht zugeschrieben - diese Zuordnung gilt heute aber nicht mehr als gesichert.

Über den Pharao Sanacht ist ausgesprochen wenig bekannt, da es sich um einen sehr frühen Herrscher auf dem Pharaonenthron gehandelt hat: Noch bevor die großen Pyramiden in Gizeh entstanden sind, regierte dieser König der 3. Dynastie etwa zwischen 2690 und 2670 v. Chr. das Reich am Nil. Auch sein Grabmal gilt eigentlich als unbekannt. Es gab und gibt allerdings Vermutungen, dass er in einer sogenannten Mastaba beim heutigen Ort Bait Challaf im Niltal bestattet worden war. In den Überresten dieses Grabmals stießen Archäologen bei Ausgrabung im Jahr 1901 auf Skelettreste, die sie dem Pharao Sanacht zuordneten.

Diese Funde haben nun Forscher am Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich erneut genau unter die Lupe genommen. Ihnen zufolge sind die Knochen auch unabhängig von der fraglichen Zuordnung zu Pharao Sanacht höchst interessante Fundstücke: Die Wissenschaftler stellten einen enormen Unterschied der Knochenlänge im Vergleich zu Durchschnittswerten jener Zeit fest. Der Oberschenkelknochen war beispielsweise mit 51,1 Zentimetern deutlich länger als der damalige Durchschnittwert von 45,2 Zentimetern.

Pathologisches Größenwachstum attestiert

Anhand der Daten errechneten die Wissenschaftler, dass der Mann eine Körpergröße von etwa 1,87 Metern besessen haben muss. Heute würde man ihn damit als sehr groß einschätzen, aber nicht mehr als einen Riesen. Zu seinen Lebzeiten aber sicherlich schon, betonen die Forscher. Denn Männer erreichten damals durchschnittlich nur eine Größe von etwa 1,65 bis 1,68 Metern.

Dieser Mann war damit nicht einfach nur ungewöhnlich groß, sagen die Wissenschaftler. Ihnen zufolge zeichnen sich die Merkmale von Gigantismus ab - einer krankhaften Form von übermäßigem Größenwachstum. Gigantismus wird durch eine Überproduktion des Hormons Somatropin ausgelöst und betrifft den ganzen Körper. Der Ägyptologe Michael Habicht von der Universität Zürich kommt zu dem Fazit: „Es handelt sich hierbei um den wahrscheinlich frühesten bislang belegten Fall von Gigantismus. Ob es sich dabei um einen Pharao oder um einen hochgestellten Beamten handelt, ist zweitrangig."

01.09.2017, Quelle: Universität Zürich

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