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Wien

„Kauft bei Juden!" Jüdische Geschäftskultur

Prächtiger Bau: die große Lichthalle im Modehaus Gerngross in der Mariahilfer Straße in Wien (Foto, um 1910). (Sammlung Martin Perl)

I

m 19. Jahrhundert entstanden in den großen Städten der USA, dann auch in Europa Warenhäuser, in denen sich eine mehr oder weniger betuchte Käuferschar ihre Konsumwünsche erfüllen konnte - auch in Wien. Dass viele Gründer der großen Wiener Geschäftshäuser Juden waren, daran erinnert noch bis zum 19. November 2017 eine schön gestaltete Ausstellung im Jüdischen Museum (Dorotheergasse 11, Tel. +43 1 5350431). Die Schau „Kauft bei Juden!" macht deutlich, dass die einst bekannten Geschäfte durch die nationalsozialistische „Arisierung" aus dem Gedächtnis der Wiener gelöscht wurden. Und nur wenigen jüdischen Vorbesitzern gelang nach 1945 ein erfolgreicher Wiederanfang.

Die Schau zeigt den Aufstieg prominenter Unternehmen, ihre Produkte und Käufer, bietet aber auch Einblicke in Architektur und Design. Hörstationen vermitteln einzelne Biographien. Oft waren die jüdischen Geschäfte innovativ: Ein markantes Beispiel ist das Kaufhaus Gerngross an der Mariahilfer Straße, das als erstes Geschäft „rollende Teppiche", also Rolltreppen, besaß, dazu ein Lesezimmer und ein Kosmetikzimmer für die Damen.

10.08.2017, Quelle: Redaktion DAMALS

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