uf dem Hof des Klosters im schweizerischen St. Gallen ist Archäologen ein spektakulärer Fund gelungen: Sie entdeckten dort im letzten Jahr einen 2,6 Tonnen schweren und 2,5 Meter langen Sarkophag aus Sandstein. Jetzt wurden erste Untersuchungsergeb‧nisse bekanntgegeben: Der in Teilen kunstvoll gearbeitete Sarkophag enthält die Gebeine eines etwa 70 Jahre alten Mannes aus der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts.
Die aufwendige Bestattung spricht dafür, dass es sich um eine hochgestellte Persönlichkeit gehandelt hat. In schriftlichen Quellen hoffen die Forscher Anhaltspunkte für die Enträtselung seiner Identität zu finden. Dem Fund kommt große Bedeutung für die Frühgeschichte St. Gallens zu, denn er ist auf eine Zeit zu datieren, die vor der eigentlichen Klostergründung im Jahr 719 liegt. Zuvor gab es am Ort eine frühe Eremitensiedlung um den irischen Wandermönch Gallus, der sich 612 in der Schweiz niedergelassen hatte und zwischen 640 und 650 starb. Dieser Siedlung könnte auch der Verstorbene im Sarkophag zuzuordnen sein.
Der Sarkophag kann im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen besichtigt werden.
04.06.2010, Quelle: Dr. Heike Talkenberger