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Baden-Württemberg

Online-Portal: Ministerien lassen NS-Vergangenheit aufarbeiten

Screenshot des neuen Online-Portals der Kommission "Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus".

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ie Landesministerien in Baden-Württemberg lassen derzeit die eigene Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus – Baden und Württemberg waren damals zwei Länder – durch eine Historikerkommission aufarbeiten. Ein Internetportal, das den Prozess begleiten soll, ist nun online. Mit dem Portal solle eine breite öffentliche Reichweite geschaffen werden, so die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Vorsitzende der Kommission sind die Historiker Wolfram Pyta (Universität Stuttgart) und Edgar Wolfrum (Universität Heidelberg). Die weiteren Mitglieder: Frank Engehausen (Heidelberg), Christiane Kuller (Erfurt), Sylvia Paletschek (Freiburg), Joachim Scholtyseck (Bonn).

Mit dem Online-Portal verfolgten die das Forschungsprojekt bearbeitenden Historiker den „Public-History“ genannten Ansatz, bei dem das in der Öffentlichkeit vorhandene Interesse an der Erforschung der NS-Geschichte der Landesministerien gezielt in den wissenschaftlichen Arbeitsprozess einbezogen werde, so die Ministerin.

Die Internetseite ist unter folgender Adresse zu erreichen:
http://ns-ministerien-bw.de/

„Public History gewährt Einblicke in die Werkstatt dieses Projekts, und beweist auf diese Weise auch, dass Wissenschaft kein Elfenbeinturm ist. Das Online-Portal ist ein Angebot an die historisch interessierte Öffentlichkeit und will zu einem Austausch zwischen Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit anregen“, sagte Edgar Wolfrum. Für die Nutzer bestehe die Gelegenheit, das Projektteam mit sachdienlichen Hinweisen und im Idealfall sogar mit noch in Privatbesitz befindlichen Dokumenten zu unterstützen, die in den Forschungsprozess einfließen könnten, ergänzte Wolfram Pyta.

Das Wissenschaftsministerium stellt für die Realisierung des Portals 80.000 Euro zur Verfügung. Die Finanzierung des Projekts selbst erfolgt über eine Zuwendung der Baden-Württemberg Stiftung in Höhe von 1,45 Millionen Euro für eine dreijährige Projektlaufzeit bis 2017.

Die Historikerkommission hat sich zum Ziel gesetzt, eine umfassende kulturgeschichtliche Aufarbeitung des Selbstverständnisses und der Handlungsprinzipien der damaligen Ministerialverwaltung sowie des Wechselverhältnisses zwischen Bürokratie und politischer Entscheidungsfindung vorzunehmen. Das Forschungskonzept soll Baden-Württemberg auf einem wichtigen international anschlussfähigen Forschungsfeld eine Vorreiterrolle sichern und zugleich einen wichtigen Beitrag zur europäischen Bürokratiegeschichte leisten. Ministerin Bauer dazu: „Das Land selbst macht sich damit ehrlich vor seiner Geschichte und bekennt sich zur bleibenden historischen Verantwortung seiner Institutionen“.

09.01.2015, Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

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