er portugiesische Diplomat Aristides de Sousa Mendes rettete 1940 als Konsul in Bordeaux rund 30 000 Menschen vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum in Osnabrück wird er vom 20. September bis zum 18. November 2012 in einer kleinen Wanderausstellung geehrt.
„Wer ein Leben rettet, der rettet die ganze Welt“, ist ein Ausspruch, der meist mit dem Unternehmer Oskar Schindler in Verbindung gebracht wird. Die von ihm geretteten Juden haben den Spruch in einen Ring eingraviert, den sie ihm 1945 als Dank für ihr gerettetes Leben übergaben. Spätestens durch Spielbergs Film ist der Name Schindler heute bekannt.
Der Ausspruch steht jedoch auch auf dem Grabstein eines Mannes, den in Deutschland kaum einer kennt: Aristides de Sousa Mendes. Der im Jahr 1885 geborene Portugiese war während des 2. Weltkrieges Generalkonsul in Bordeaux. Portugal war für viele Flüchtlinge im besetzen Frankreich eine letzte Chance, doch noch einen sicheren Unterschlupf zu finden. Denn der starke Mann des Landes, António de Salazar, obwohl Diktator, schlug sich nie ganz auf die Seite der Nationalsozialisten. Trotzdem verbot er es allen portugiesischen Diplomaten, Visa für die Gefährdeten auszustellen. Sousa Mendes widersetze sich und ließ verkünden, dass er ausnahmslos jedem ein Visum erteilen würde, „ungeachtet der Nationalität, Rasse oder Religion!“. Er ermöglichte so rund 30 000 Menschen die Flucht. Noch 1940 wurde er dafür aus dem diplomatischen Dienst entlassen und zu Lebzeiten nicht rehabilitiert. 1954 starb er verarmt in Lissabon.
Die Wanderausstellung des Vereins „ViVer – Vision und Verantwortung e.V“ dokumentiert Leben und Rettungswerk des in Deutschland nahezu unbekannten Aristides de Sousa Mendes. Sie wird in Osnabrück gemeinsam von Erich Maria Remarque-Friedenszentrum und „ARCOS – Gesellschaft zur Förderung kultureller Beziehungen in Europa“ gezeigt.
05.08.2012, Quelle: Stadt Osnabrück