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Ausstellung in Leipzig

Spielfilme prägen Geschichtsbild

Plakat zur Ausstellung "Inszeniert. Deutsche Geschichte im Spielfilm" (JahnDesign, Thomas Jahn / Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland)

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Spielfilme haben einen großen Einfluss auf unser Geschichtsbild: Sie vermitteln dem Zuschauer ein Bild von der Vergangenheit. Die Wechselausstellung „Inszeniert. Deutsche Geschichte im Spielfilm" schildert das Verhältnis von Geschichte und Spielfilm und fragt nach Bedeutung und Wirkung von Geschichte im Medium Film. Sie ist noch bis zum 7. Januar 2018 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu besichtigen.

Wie die Schau verdeutlicht, prägen filmische Darstellungen das Geschichtsbewusstsein oftmals stärker als Lehrinstitutionen wie die Schule oder das Museum. Häufig sind es historische Spielfilme, die ein geschichtliches Thema in die Öffentlichkeit tragen und eine gesellschaftliche Debatte nach sich ziehen. Zuletzt wurde dies etwa 2013 beim Fernsehzweiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter" deutlich. Die Ausstellung umfasst sieben Themenbereiche, in deren Mittelpunkt jeweils ein Spielfilm mit historischem Bezug steht.

Anhand zahlreicher Objekte, zum Beispiel Filmrequisiten oder Kinoplakate widmet sich die Ausstellung auch der problematischen Seite filmischer Geschichtsvermittlung. Die Uniform des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg aus dem Film „Operation Walküre" zeigt etwa die Gefahren, die mit der Besetzung von Hauptrollen durch Hollywoodstars einhergehen. Indem der Widerstand gegen das NS-Regime auf eine historische Person verengt wird, dargestellt von einem berühmten Schauspieler und Stauffenberg als Zentrum des deutschen Widerstandes erscheint, entsteht für den Zuschauer ein einseitiges Bild der historischen Realität.

Ein weiterer Themenschwerpunkt der Ausstellung sind die Veränderungen cineastischer Geschichtserzählungen im Lauf der Jahrzehnte, etwa die Wahl bestimmter historischer Themen. So ist aufgrund aktueller politischer Ereignisse - wie der deutschen Wiedervereinigung oder den ethnischen Säuberungen auf dem Balkan in den 1990er Jahren ebenso wie durch eine veränderte Perspektive jüngerer Generationen - das Thema von Flucht und Vertreibung von Regisseuren seit Ende des 20. Jahrhunderts verstärkt aufgegriffen worden. Deutlich wird dabei, dass Spielfilme selbst ein zeitgeschichtliches Dokument darstellen, geben sie doch Auskunft darüber, wie man zu einer bestimmten Zeit ein historisches Thema betrachtete und künstlerisch verarbeitete.

Zur Ausstellung ist im Kerber Verlag ein Begleitbuch erschienen in dem Schauspieler, Regisseure und Autoren wie Stefan Aust, der Autor des später verfilmten „Baader-Meinhof-Komplexes", zu Wort kommen.

25.09.2017, Quelle: Redaktion DAMALS

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